Nürnberg ist ein Standort der Elektrotechnik, der Automatisierung und des Verkehrswesens, dazu kommen Druck- und Verlagswesen, Spielwaren und eine Lebensmittelwirtschaft mit ausgeprägtem Saisongeschäft. Diese letzte Gruppe ist für den Arbeitsschutz die auffälligste, weil sie eine Eigenschaft hat, die sonst kaum vorkommt: Die Zahl der Beschäftigten ändert sich im Jahreslauf erheblich.
Ein Betrieb, der von Spätsommer bis Jahresende auf ein Mehrfaches seiner Stammbelegschaft aufstockt, steht vor einer Aufgabe, die ein gleichmäßig ausgelasteter Betrieb nicht kennt. Jede neue Kraft muss vor Aufnahme der Tätigkeit unterwiesen sein — nicht beim nächsten Sammeltermin, sondern vorher. Bei fünf Neuzugängen ist das eine Randnotiz; bei achtzig innerhalb von zwei Wochen ist es eine organisatorische Frage.
Dazu kommt, dass Saisonkräfte häufig jünger sind, seltener Deutsch als Erstsprache haben und in Bereichen eingesetzt werden, in denen sie noch nie gearbeitet haben. Eine Unterweisung, die aus dem Vorlesen einer Betriebsanweisung besteht, erfüllt in dieser Lage die Form, aber nicht den Zweck — und im Zweifel zählt, ob verstanden wurde, nicht ob unterschrieben wurde.
Die Aufsicht liegt bei der Regierung von Mittelfranken. Ihr Gewerbeaufsichtsamt sitzt laut Verzeichnis in Nürnberg selbst, in der Roonstraße, während der Sitz der Regierung Ansbach ist — für Betriebe ist der Ansprechpartner also am Ort. Unsere eigene Anschrift bleibt Sandhausen bei Heidelberg; ein Nürnberger Büro haben wir nicht.
Unterweisungen für Saison- und Aushilfskräfte
Wir richten die Unterweisung so ein, dass sie zum Einstellungsrhythmus passt statt zum Kalender: kurze, arbeitsplatzbezogene Einheiten, die ein Neuzugang am ersten Tag bekommt. Festgehalten wird, wer wann worüber unterwiesen wurde — das ist der Nachweis, der bei einer Prüfung tatsächlich verlangt wird.
Mehr zur UnterweisungenGefährdungsbeurteilung im Saisonbetrieb
Ein Betrieb im Hochbetrieb ist ein anderer als im Sommer: mehr Schichten, vollere Wege, Aushilfen an Maschinen, die sonst Stammkräfte bedienen. Wir beurteilen beide Zustände, weil eine Beurteilung, die nur die ruhige Zeit beschreibt, im entscheidenden Quartal nicht gilt.
Mehr zur GefährdungsbeurteilungBestellte Fachkraft für Nürnberger Betriebe
Die externe Bestellung erfüllt die Pflicht und bringt jemanden ins Haus, der vor der Saison da ist und nicht erst danach. Der Zeitpunkt entscheidet: Was im August auffällt, lässt sich noch ändern, was im November auffällt, wird bis Januar mitgeschleppt.
Mehr zur sicherheitstechnische BetreuungStapler bei wechselnden Fahrern
In der Hochsaison fahren mehr Menschen Stapler als sonst, oft befristet eingesetzt. Neben der jährlichen Prüfung des Fahrzeugs prüfen wir deshalb besonders, ob für jeden Fahrer Eignung, Ausbildung, Unterweisung und der schriftliche Fahrauftrag vorliegen — Letzterer fehlt am häufigsten.
Mehr zur UVV-Prüfung für StaplerElektroprüfung vor der Hochsaison
Geräte, die zehn Monate im Lager standen und dann acht Wochen durchlaufen, sind ein eigener Fall. Wir legen die Prüfung möglichst vor den Saisonstart, damit ein Mangel nicht mitten im Betrieb auffällt, wenn kein Ersatz beschaffbar ist.
Mehr zur DGUV-V3-PrüfungBetriebe in Nürnberg — wenn die Belegschaft im Herbst umschlägt
Nürnberger Anfragen kommen aus zwei Richtungen. Die eine ist technisch: Elektrotechnik, Automatisierung, Anlagenbau, Prüf- und Servicebetriebe, dazu Druckereien. Die andere sind Betriebe mit ausgeprägtem Saisongeschäft — Lebensmittelherstellung und -verpackung, Handel, Logistik rund um das Jahresendgeschäft.
Bei der zweiten Gruppe verschiebt sich die Aufgabe deutlich. Nicht die Technik ist das Thema, sondern die Menschen: Innerhalb weniger Wochen kommen viele neue Kräfte in Bereiche, die sie nicht kennen, oft befristet, oft jung, häufig mit anderer Erstsprache. Jede und jeder von ihnen muss vor der ersten Tätigkeit unterwiesen sein.
Der häufigste Befund ist deshalb kein Mangel an einer Maschine, sondern eine Unterweisungsliste mit Lücken — Namen ohne Datum, Datum ohne Thema, oder eine Sammelunterweisung nach drei Wochen Tätigkeit. Formal ist das schnell repariert; wirksam wird es erst, wenn die Unterweisung an den Einstellungstag gekoppelt ist und nicht an den Terminkalender.
Zuständige Arbeitsschutzbehörde für Nürnberg
Regierung von Mittelfranken — Gewerbeaufsichtsamt
Roonstraße 20, 90429 Nürnberg
Quelle: LASI: Adressen der für den Arbeitsschutz zuständigen staatlichen Behörden (Stand 23.01.2026). Wir geben die amtliche Angabe wieder und ersetzen keine Auskunft der Behörde.
Häufige Fragen aus Nürnberg
- Welche Behörde ist für Nürnberg zuständig?
- Die Regierung von Mittelfranken mit ihrem Gewerbeaufsichtsamt. Der Sitz der Regierung ist Ansbach, das Gewerbeaufsichtsamt liegt laut Verzeichnis allerdings in Nürnberg selbst, in der Roonstraße 20 — der Ansprechpartner ist für Nürnberger Betriebe also am Ort.
- Wann müssen Saisonkräfte unterwiesen werden?
- Bevor sie anfangen zu arbeiten. Wer erst beim monatlichen Sammeltermin unterwiesen wird, hat bis dahin ohne gearbeitet — bei achtzig Neuzugängen in zwei Wochen betrifft das fast alle. Deshalb koppeln wir die Unterweisung an den Einstellungstag statt an den Kalender.
- Genügt es, wenn die Unterweisung unterschrieben ist?
- Die Unterschrift ist der Nachweis, nicht der Zweck. Entscheidend ist, ob die Inhalte verstanden wurden — bei Beschäftigten mit anderer Erstsprache erfordert das gegebenenfalls eine andere Form als das Vorlesen eines Textes.
- Wir beschäftigen Jugendliche als Aushilfen. Ändert das etwas?
- Ja. Für Beschäftigte unter achtzehn Jahren gelten zusätzliche Vorgaben nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz, unter anderem zu gefährlichen Tätigkeiten und zur Beaufsichtigung. Welche im Einzelfall greifen, klären wir bei der Beurteilung der jeweiligen Tätigkeit.
- Wie oft seid ihr in Nürnberg?
- So oft, wie die vereinbarte Betreuung es vorsieht. Von Sandhausen sind es gut zwei Fahrstunden — von allen bundesweiten Städten die kürzeste Anfahrt nach Stuttgart und Frankfurt, aber weiterhin geplante und keine kurzfristigen Termine.
- Kann die Betreuung vor der Saison verdichtet werden?
- Genau so legen wir sie an. Begehung, Unterweisungen und anstehende Prüfungen gehören vor den Saisonstart; was im Hochbetrieb auffällt, lässt sich meist nicht mehr ändern, weil weder Zeit noch Ersatzgeräte da sind.


























